» Die Eisburg / Ice Castle
» Die Eisburg / Ice Castle
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Die Eisburg
in der Kibo-Kaldera
3#FF0000
-3.068803, 37.359888
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| Der Kilimanjaro : Lages der Eisburg in Google-Maps
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| Name des Punktes:
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Eisburg / Ice Castle
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| Namensgeber:
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Charakteristische Form
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| Latitude:
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-3.070753
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| Longitude:
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37.359695
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| Altitude / Höhe:
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5.750 m (Ø-Sohle)
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| Anzeigen in:
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| Infos:
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Letzte Fragmente sind im Jahr 1970 abgeschmolzen.
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| Datum:
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17.04.2026
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| Update:
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01.03.2014
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| Info von:
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Das Mount-Kilimanjro-Wiki
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Die Eisburg (Ice Castle) war als Plateaugletscher ein Einzelgletscher in der Kibo-Kaldera, der einst mit gewaltigen, bis zu 40m hohen Eiswänden in der Senke zwischen dem Eruptionskrater (Reusch-Krater) und der Kraterwand zum Kibo-Gipfel (Uhuru Peak) lag. Die letzten Fragmente der Eisburg sind Anfang der 1970er Jahre abgeschmolzen.
Namensgebung
1938 - Die Eisburg in der Kibo-Kaldera (vorne links)
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- Die steil und vor allem hoch aufragenden Flanken ( bis zu 40m ) des Gletschers sowie die terrassenförmigen Abstufungen haben die Entdecker offensichtlich an eine mittelalterliche Burg erinnern lassen und so den Namen Eisburg geprägt.
- In der Karte "Kilimandscharo-Gebirge M: 1:50.000" von Dr. Fritz Kluthe und Eduard Oehler aus dem Jahr 1912 ist die Eisburg noch als dominanter Einzelgletscher verzeichnet. [1]
- In den nachfolgenden englisch sprachigen Karten wurde der Gletscher in der Übersetzung dann als Ice Castle bezeichnet.
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Die Lage des Gletschers
1890 - Dr. Hans Meyer, Krater-Karte mit dem Eisfeld des Furtwängler-Gletschers und der Eisburg
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- Die Eisburg lag mit der ersten Sichtung durch Dr. Hans Meyer als Einzelgletscher auf dem Plateau der Kibo-Kaldera zwischen dem Reusch-Krater (Eruptionskrater) und der zum Kibo-Gipfel aufgehenden Kraterwand auf einer durchschnittlichen Höhe von ca. 5.750 m.
- Die Kibo-Kaldera war vor ihrer ersten Sichtung sicher durch einen kompletten Eispanzer bedeckt. Durch Sublimation vor der dunklen Kraterwand haben sich in der südlichen Hälfte der Kaldera die ersten Einzelgletscher mit steilen Flanken gebildert.
- Die Eisburg lag so unmittelbar neben dem heute noch existierenden Furtwängler Gletscher in der Kaldera.
- Anfang der 1970er Jahre verschwanden dann auch die letzten Reste der Eisburg, so dass an dieser Stelle heute der kahle Kraterboden zu sehen ist.
- Die Lage und die Größenverhältnisse zum Zeitpunkt der Kilimanjaro-Erstbesteigung durch Meyer und Purtscheller mit der Blickrichtung vom Gillmans Point, so wie auf den folgenden Bildern zu sehen, ist in der nebenstehenden Google-Map eingetragen.
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Das Ende des Gletschers Eisburg
- Anhand der vorliegenden Bilder muss man einschätzen, dass die letzten Eisblöcke der Eisburg zu Beginn der 1970er Jahre komplett abgeschmolzen sind, der Gletscher ab diesem Zeitpunkt also nicht mehr existent ist.
- Analog ergeht es auch dem Furtwängler Gletscher der als Plateaugletscher bis 2024 auch abgeschmolzen sein wird.
Der Verfall der Eisburg in Bildern
- Von der Eisburg sind aufgrund des frühzeitigen Verschwindens nur wenige Bilder verfügbar.
- Die folgenden Bilder sind Ausschnitte von Fotos, die zum besseren Vergleich auf gleiche Größe und annähernd gleichen Blickwinkel beschnitten und bearbeitet wurden.
- Der Standpunkt der Aufnahmen ist jeweils der Gillmans Point auf dem Kraterrand bei einer Höhe von 5.681m. Man hat also von diesem Standpunkt aus zur Eisburg, deren Sohle bei ca. 5.750m lag, aufgeschaut.
Die Eisburg im Jahr 1898
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- Die Eisburg in einem Aquarell des Malers Ernst Platz in einer absolut realistischen Darstellung. [2]
- Der Gletscher ersteckt sich hier noch flach am Eruptionskrater beginnend in Richtung Kraterwand zum Kibo-Gipfel mit immer höher werdenden Flanken.
- Die hohen Gletscherflanken der Eisburg beschrieb Fritz Klute 1912 noch mit einer Höhe von 40 m.
- Dieses Aquarell basiert auf sehr präzisen Zeichnungen als Vorstudien und hat absoluten Dokumentations- und Seltenheitswert.
- Die Kraterwand zur Kaiser-Wilhelm-Spitze ist in dieser Sicht noch fast von der Eisburg verdeckt.
- Die "Mulde" im Vordergrund (siehe auch Karte von Klute von 1912) ist noch komplett mit Schnee und Eisblöcken des östlichen Eisfeldes gefüllt.
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Die Eisburg im Jahr 1904
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- Leider ist auf diesem Bild von Carl Uhlig in "Vom Kilimandscharo zum Meru, Berlin 1904" nur ein Teil der Eisburg zu sehen.
- Die markanten Formen und Umrisse des Gletschers im Vergleich zum Aquarell von Ernst Platz lassen sich trotz des bereit zu verzeichnenden Sublimationsverlustes wiedererkennen und zeigen so noch einmal die Präzision der Arbeit von Ernst Platz.
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Die Eisburg im Jahr 1929
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- Ausschnitt aus der Abb. 147 in Dr. Walter Geiligers Buch "Der KilimaNjaro", Bern-Berlin 1930
- In dem Buch beschreibt Dr.W.Geilinger seine Kilimanjaro-Besteigung zum Jahreswechsel 1928 / 1929. Als Gipfel wurde die Kaiser-Wilhelm-Spitze erreicht und mit Fotos dokumentiert.
- Als Bildunterschrift : Ausblick in die Eis- und Felswelt des Kibokraters. Gegen Norden verhindert der hohe Kraterkegel die Sicht auf die Kratermauer. Bei der Scharte stürzen die Kraterwände steil zur Tiefe. Als Rest einer einstens zusammenhängenden Vergletscherung ist die imposante "Eisburg" stehen geblieben. Zu Füssen des Eisabsturzes liegt ein gefrorener Kratersee.
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Die Eisburg im Jahr 1937
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- Die Eisburg noch als gewaltiger Plateaugletscher mit verschneitem Kraterboden und Kraterrand zum Kibo-Gipfel.
- Beim Erreichen des Kraterrandes am Gillmans Point muss die Sicht auf diese gigantischen Gletscherwände beeindruckend gewesen sein.
- Die flacheren Gletscherteile am Eruptionskrater sind jedoch gegenüber der Sicht von 1898 bereits etwas abgeschmolzen.
- Die "Mulde" im Vordergrund (siehe auch Karte von Klute von 1912) ist nicht mehr komplett mit Schnee und Eisblöcken des östlichen Eisfeldes gefüllt.
- Das Gipfelbild stammt aus der Foto-Sammlung der Leipzig Mission Machame (Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig) [3]
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Die Eisburg im Jahr 1945
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- Die Eisburg als zusammengeschrumpfter Solitär auf einem kahlen Kraterboden.
- Die dramatische Verkleinerung gegenüber dem Bild aus dem Jahr 1898 ist deutlich zu sehen.
- Gerade die flacheren Gletscherteile am Eruptionskrater sind bereits bis auf einen Rest abgeschmolzen.
- Bild aus dem Kilimanjaro-Gipfelbucheintrag Nr. 305 [4]
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Die Eisburg im Jahr 1968
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- Die letzten Fragmente der Eisburg ragen auf diesem Foto als Eisspitzen aus dem mit Scheefeldern bedeckten Kraterboden empor.
- Damit gehört diese Foto zu den letzten, die die Eisburg bzw. deren Reste im Kibo-Krater zeigen.
- Es kann somit davon ausgegangen werden, dass die Eisburg zu Beginn der 1970er Jahre komplett abgeschmolzen ist.
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Die Eisburg im Jahr 1997
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- Die letzten Eisblöcke der Eisburg sind komplett verschwunden.
- An der betreffenden Stelle auf dem Kraterboden liegen zu diesem Zeitpunkt nur noch Schneefelder.
- Bild aus dem Kilimanjaro-Gipfelbucheintrag Nr. 1 [4]
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Die Eisburg im Jahr 2012
Bildergalerie Eisburg
1898 - Skizze der Eisburg von Ernst Platz als Vorlage zum Aquarell [2]
1912 - Die Eisburg in der Kraterkarte von Dr. Fritz Klute [1]
1912 - 2011 Die Lage der Eisburg in der Kraterkarte
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Dr. Fritz Klute - Ergebnisse der Forschungen am Kilimandscharo - 1912 als PDF, Kindle, Full Text zum Download bei Archive.org
- ↑ 2,0 2,1 www.historisches-alpenarchiv.de - Suchergebnisliste zu Kilimandscharo + Platz
- ↑ digitallibrary.usc.edu, Die Kilimanjaro-Bilder des Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig
- ↑ 4,0 4,1 4,2 kilimanjaro.bplaced.net, Das Mt.Kilimanjaro-Gipfelbuch
Artikel bearbeitet von :
- --Detlev 16:28, 23. Jan. 2014 (CET)