Walter von Ruckteschell

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Walter von Ruckteschell 1882-1941

Walter Alexander Moritz von Ruckteschell (* 12. November 1882 in Sankt Petersburg; † 27. Juli 1941 im Mittelmeer) war ein deutscher Illustrator, Bildhauer und Autor. Er bestieg 1914 den Kibo bis zur Kaiser-Wilhelm-Spitze und war damit beim 7. Gipfelerfolg der 4. Besteiger am Gipfel. [1] Siehe dazu auch Erste Besteigungen am Kilimanjaro.

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Leben von Walter von Ruckteschell

  • Walter von Ruckteschell wurde 1882 in Sankt Petersburg als Sohn des Pastors Nicolai von Ruckteschell und der Baronin Catherina Helene von Engelhardt geboren.
  • Nach der Ausweisung der Eltern aus Rußland wuchs von Ruckteschell in Hamburg auf.
  • Er hatte dreizehn Geschwister, darunter der bekannte Marineoffizier Hellmuth von Ruckteschell und die Kaiserswerther Diakonisse Karin von Ruckteschell.
  • Ruckteschell schrieb sich mit 26 Jahren am 4. November 1908 in die Akademie der Bildenden Künste München bei Angelo Jank für Zeichnen ein, wechselte dann aber auf die Debschitz-Schule.
  • Verheiratet war er seit 1911 mit der Kunsthandwerkerin, Keramikerin und Bildhauerin Clary Truëb (1882–1969).
  • Er meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zur „Schutztruppe“ und wurde Adjutant von Paul von Lettow-Vorbeck.
  • Ruckteschell verfasste als Ghostwriter einen Großteil von Lettow-Vorbecks erfolgreichem Buch "Heia Safari! Deutschlands Kampf in Ostafrika", zu dem er offiziell nur die Illustrationen lieferte.
  • Das Ehepaar von Ruckteschell ließ sich 1920 in Dachau nieder und wohnte zunächst in der Holzgartenstraße, der heutigen Ludwig-Dill-Straße. Bald darauf erwarben sie ein Haus an der Münchner Straße, das sie nach Um- und Anbauarbeiten um ein Maler- und Bildhaueratelier, eine Werkstatt für Holzarbeiten und eine weitere für die keramischen Arbeiten für Clary von Ruckteschell-Truëb erweiterten und 1923 bezogen. [2] [3]

Man schrieb das Jahr 1920; der furchtbare Druck des verlorenen Ersten Weltkrieges hatte noch nichts von seiner Schwere verloren. Da sah man gelegentlich in den damals noch so bescheidenen Gassen Dachaus eine fremdartige Gestalt mit schweren Schritten vorübergehen. Der ungewöhnlich hochgewachsene blauäugige Mann trug meist die graue Offiziersuniform der deutschen Ostafrika-Schutztruppe. Die Krempe seines Hutes war rechts emporgeschlagen. Das war Walter von Ruckteschell. Nicht allein, daß er wie aus einer anderen Zeit wirkte, er selbst hatte zunächst garnichts mit dem Ort zu tun. Aber er versuchte hier -- als ein völlig Fremder -- Boden zu gewinnen. Was lag damals schon hinter dem erst 38 jährigen! [4]

  • Ruckteschell war zwischen 1927 und 1934 im Vorstand der Künstlervereinigung Dachau tätig. [5]
  • Walter von Ruckteschell entwickelte sich zu einem moderen, vielseitigen Künstler, der zahlreiche Altäre, Glasfenster und Fresken für Kirchen, Plastiken, Brückenfiguren und gestalterische Elemente für öffentliche Gebäude und Privathäuser, Grabmaler, graphische Arbeiten, aber auch kunstvoll geschnitzte Möbel schuf.
  • Viele Denkmäler zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges entstanden in seiner Werkstatt.
  • Neben den vielen Illustrationen in der deutschen Kolonialliteratur, wendete sich Ruckteschell nach dem Ersten Weltkrieg vornehmlich der Gestaltung von Kriegsdenkmälern zu.
  • Walter von Ruckteschell kam bei einer nicht näher bekannten militärischen Mission, die ihn zum Afrika-Korps nach Nordafrika führen sollte, am 27.07.1941 ums Leben, als das Schiff, mit dem er zu seinem Ziel unterwegs war, im Mittelmeer unterging. [6] [7]

Walter von Ruckteschell und der Kilimanjaro

  • 1913 ging das Ehepaar von Ruckteschell in die deutsche Kolonie Deutsch-Ostafrika, wo Ruckteschell Mitglied der „Schutztruppe“ wurde und auch künstlerisch tätig war. Ruckteschell zeichnete, malte und entwarf auch Denkmäler sowie Skulpturen für öffentliche Plätze und Einrichtungen in Deutsch-Ostafrika.
  • 1914 bestieg Walter von Ruckteschell mit seiner Frau Clary von Ruckteschell-Truëb und dem Kunstmaler Carl von Salis in der 4. Gipfelbesteigung den Kibo. Walter von Ruckteschell und Salis erreichten den Gipfel des Kibo an der Kaiser-Wilhelm-Spitze. Clary von Ruckteschell-Truëb erreichte den Kraterrand am heutigen Gillmans Point und war damit die erste Frau, die den Kilimanjaro erfolgreich bestiegen hat. [8]
  • Im November 1913 reiste Carl Albert von Salis mit dem Ehepaar Clary und Walter von Ruckteschell, mit welchen er seit der Studienzeit in München befreundet war, nach Deutsch-Ost-Afrika. Hier waren die drei bis im Juli 1914 künstlerisch tätig, dies vor allem im Kilimanjaro-Gebiet. Zahlreiche Jagdausflüge wurden unternommen und auch hier kamen die Geselligkeit sowie das Kulinarische nicht zu kurz. Und Baccus, dem Gott des Weines und des Rausches in der griechischen Mythologie, wurden ebenfalls nicht zu wenige Opfer gebracht! Im Verlauf dieses Afrika-Aufenthaltes erreichte Carl am 13. Februar 1914 zusammen mit seinem Freund Walter von Ruckteschell den Gipfel des Kibo. Erschöpft und stolz stand er als erster Schweizer auf dem Dach Afrikas! Leider sind aus dieser Zeit in Afrika nur einzelne Gemälde bekannt. Der grösste Teil der damals entstandenen Werke sind bei seiner überstürzten Abreise aus Deutsch-Ost-Afrika nach Ausbruch des ersten Weltkriegs dort zurückgeblieben, wie er in einem seiner Briefe an die Eltern schreibt. [9]

Bildergalerie

Walter von Ruckteschell : Bilder Persönlich

Walter von Ruckteschell mit Paul von Lettow-Vorbeck

Walter von Ruckteschell : Bilder Wohnhaus in Dachau

Walter von Ruckteschell : Bilder vom Kilimanjaro

Walter von Ruckteschell : Bilder Denkmale

Walter von Ruckteschell : Bilder Literatur

Literatur

  • Paul von Lettow-Vorbeck, Walter von Ruckteschell, "Heia Safari! Deutschlands Kampf in Ostafrika", K. F. Koehler, (Leipzig 1920)
  • Walter von Ruckteschell, "Der Feldzug in Ostafrika" in General Paul Emil von Lettow-Vorbeck, Walter von Ruckteschell, "Um Vaterland und Kolonie" (Berlin 1919)
  • Walter von Ruckteschell, "Lettow-Mappe: Kwaheri Askari / auf Wiedersehen Askari." Zehn Steinzeichnungen von Walter von Ruckteschell, Dachau bei München, Dr. C. Wolf & Sohn, (München 1918) [10]
  • Unger-Richter, Birgitta, "Walter von Ruckteschell, 1882-1941" (Dachau 1993), ISBN 3872950002
  • Heiko Möhle, "Kolonialismus und Erinnerungspolitik. Die Debatte um die Hamburger Askari-Reliefs" (Universität Hamburg 2006)
  • Peter Schneck, "Vom Askari zum New Negro: Alain locke und Walter von Ruckteschell" Amerikastudien / American Studies Vol. 51, No. 4 (2006), pp. 499-522, Universitätsverlag WINTER GmbH

Quellen

  1. Kilimandscharo - Das weiße Dach Afrikas, Harald Lange, Herder Verlag GmbH, 1982, ISBN 3451196972
  2. www.merkur-online.de, Nach sechsjähriger Sanierung öffnet die Ruckteschell-Villa in Dachau wieder ihre Pforten.
  3. vhskarlsfeld.wordpress.com, Führung: Die Ruckteschell-Villa in Dachau
  4. www.zeitschrift-amperland.de - Walter und Clary Ruckteschell - Zum 90. Geburtstag des Dachauer Künstlerehepaares - Von Prof. Dr. Ottilie Thiemann-Stoedtner
  5. www.dachau.de - Künstlerhaus Walter von Ruckteschell
  6. de.wikipedia.org, Walter von Ruckteschell bei Wikipedia
  7. www.namibia.de, Walter von Ruckteschell bei Namibia.de
  8. www.buchhandel.de, Kilimanjaro - Mythos & Facts
  9. www.chesa-salis.ch - Carl Albert von Salis
  10. www.vialibri.net - Walter von Ruckteschell, "Lettow-Mappe: Kwaheri Askari / auf Wiedersehen Askari."

Weblinks

Artikel bearbeitet von :

--Detlev 20:02, 21. Feb. 2014 (CET)

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